karahod Stefan Goreiski

Karahod

singt und spielt jiddische Lieder und Klezmer seit 1997.

Im Mai 2016 hat Dorothea Greve uns nach schwerer Krankheit für immer verlassen. Voller Trauer bedanken wir uns bei ihr für lange Jahre der Inspiration und des Zusammenwirkens in der Musik und in der jiddischen Kultur.

Zum Andenken hier ein Ausschnitt aus unserem letzten gemeinsamen Konzert im Dezember 2015:

Yisrolek 


Aktuelle Besetzung:

Dorothea Greve: Gesang, Rezitation, Flöte, Gitarre, Percussion
Taly Almagor: Violine
Petra Ritschel: Klarinette
Stefan Goreiski: Akkordeon, Gesang, Rezitation

Karahod

Dorothea Greve: Gesang, Gitarre
ist Sängerin und Rezitatorin jiddischer Lieder und Texte, sowie Dozentin für Jiddisch in Hamburg. Die Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch in Hamburg wurde von ihr mitbegründet. Sie hat Lehraufträge am "Centro Ebraico" der Universität Urbino/Italien, am Oxford Centre for Yiddish Studies und beim "Yiddish Summer Weimar". Neben ihrer Übersetzungs- und Lehrtätigkeit widmet sie sich verschiedenen künstlerischen Projekten wie Theaterarbeit und der Mitwirkung beim Klezmer-Ensemble Frejlechs.

Taly Almagor: Violine
Orchester- und Kammermusiktätigkeit. 1985 erste Klezmer-Band Findjan mit Dorothea Greve. 1989 Stipendium für KlezKamp, USA; Unterricht bei Alicia Svigals und Jeff Warschauer. Auftritte 1989 beim Jewish Festival Krakow und 1990 beim Glasgow Jewish Festival. Danach Mitwirkung bei den Bands Esther Bejarano & Coincidence und Lutz Elias-Cassel & Massel Klezmorim. 1996 Musik zum Straßentheater-Projekt Glückel von Hameln: "Angst vor dem Pogrom" vom Thalia Theater Hamburg. Mit Dorothea Greve und Stefan Goreiski. 2011 Mitwirkung beim Yiddish Summer Weimar.

Petra Ritschel: Klarinette
ist schon seit langem mit der Klezmermusik verbunden. Sie ist Absolventin der Hamburger Musikhochschule, wo sie u. a. auch Kulturmanagement studierte. Neben ihrer Tätigkeit als Dozentin für Klarinette an der Staatlichen Jugendmusikschule ist sie eine gefragte Klezmer-Klarinettistin, die selbst mehrere Ensembles gegründet hat.

Stefan Goreiski: Akkordeon, Gesang, Rezitation
1987 Gründungsmitglied von Bolsche Vita (russische und ost- europäische Musik). Seit 1989 erste Klezmer-Workshops bei Giora Feidman. Seitdem aktiv in der Klezmermusik-Szene. 7 Jahre Leitung des fortlaufenden Klezmer-Gruppenkurses JOK. 1990 Gründungsmitglied vom Trio Ojfn Veg. 1991 - 98 di zajt gejt awek wi rojch - ein Konzert- & Leseprogramm mit jiddischen Liedern, Klezmermusik & Kurzgeschichten verschiedener jiddischer Autoren. 1992 S'is Amerike, That's all - Eine jiddische literarisch-musikalische Reise ibern grojssn jam. 1994 Gründung vom Trio Oyftref mit Annette Siebert, Geige & Thomas Siebert, Oboen, Klarinetten. Seit 1995 Teilnahme an den von Alan Bern und der amerikanischen Gruppe Brave Old World initiierten Klezmer-Workshops, ab 1999 als Klezmer Wochen Weimar, ab 2006 als Yiddish Summer Weimar. 1996 Musik zum Straßentheater-Projekt Glückel von Hameln: Angst vor dem Pogrom vom Thalia Theater Hamburg, mit Dorothea Greve und Taly Almagor. 1997 Konzerte auf dem Jiddish Festival in Jerusalem, Israel. 1997 Gründung von Karahod (Klezmer & jiddische Lieder) mit Dorothea Greve, Gesang & Petra Ritschel, Klarinette, später mit Mark Kovnatskiy, Geige. 1999 Konzerte in der Jüdischen Gemeinde von Wilna, Litauen. 2004 Teilnahme am Klezmerfestival Sefad, Israel. 2006 Karahod spielt das Itzik-Manger-Programm Oyfn Veg auf einer Tournee durch Israel. 2006 - 07 Leitung des Klezmer Ballroom Hamburg , einer regelmäßigen Tanzveranstaltung mit Live Klezmermusik. 2007 Karahod spielt das Itzik-Manger-Programm Oyfn Veg im Rahmen der Jiddischen Musik- und Theaterwoche Dresden. Dez. 2007 - Juni 2009 Mitwirkung beim regelmäßigen Klezmer Tantz in Nürnberg. 2009 Internationales Klezmer Festival Fürth mit Trio Oyftref. Musikalische Reisen führten ihn mit Die Blaue Stadt 2011 nach Izmir, Türkei und 2012 nach Shanghai, China. 2011 Gründung des Klezmer Ensemble A Mekhaye mit Maike Spieker, Klarinetten und Taly Almagor, Geige. 2013 Brooklyn-Auswandererprogramm mit Trio Oyftref und Oskar Ansull bei den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen in Thüringen.

 

Samstag, 5.12.2015 um 18.30 Uhr

Jüdisches Leben in Liedern, Tänzen und Geschichten

Karahod:
Anna Vishnevska, Gesang, Gitarre
Petra Ritschel, Klarinette
Stefan Goreiski, Akkordeon, Percussion
Dorothea Greve, Gesang, Flöte, Gitarre, Percussion
Kirchengemeinde Eirene, Willersweg 31, 22415 Hamburg

Jüdisches Leben ist so vielfältig wie das christliche oder das Leben in anderen Religionen auch. Seit der Zerstörung des Tempels und der Vertreibung durch die Römer hat das Judentum im Exil immer wieder seine Identität im wechselseitigen Austausch zwischen Tradition und Anpassung gefunden und bewahrt.
Das Ensemble Karahod spannt den Bogen von der mittelalterlichen jüdischen Kultur in Deutschland über die jiddisch sprechenden Aschkenasim in Ost- und Südosteuropa bis nach Amerika, lauscht zwischendurch den Klängen spanischer Sephardim und befasst sich mit den orientalischen Wurzeln und dem Land Israel. Zu hören sind liturgische Gesänge, Lieder zu religiösen Festtagen wie auch Lieder und Tänze für Hochzeiten und Alltagsbegebenheiten ebenso wie Ghetto- und Aufbaulieder. Das Programm streift dabei die Höhen und Tiefen jüdischer Geschichte und die damit verbundenen Lebensthemen Gottverbundenheit, Liebe, Bildung, Brauchtum, Humor, Verfolgung, Zweifel, Hoffnung.

Dies wurde unser letztes Konzert mit Dorothea Greve.

 

Zur Historie:

 

Karahod entstand aus einem Kreis von Jiddisch-Enthusiasten in Hamburg, die auch die Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch in Hamburg gründeten. Mit dabei waren Dorothea Greve (Gesang) und Petra Ritschel (Klarinette). Sie spielten zusammen u.a. 1997 auf dem Jiddish Festival in Jerusalem, Israel, 1999 in der Jüdischen Gemeinde von Wilna, Litauen und 2000 bei der Inszenierung Die Seelenwanderung einer Melodie von Y. L. Peretz in Hamburg,


 

Oyfn Veg

Ein musikalisch-literarischer Streifzug

Dieses Programm entstand zum 100. Geburtstag von Itzik Manger. In einer atmosphärisch dichten Collage verbindet KARAHOD Manger-O-Ton, Textrezitation, Gesang und die Klezmer-Musik des Schtetl mit seinen Liedern und Geschichten sowie dem Flair der Pariser Bal Musette.

Auf Anfrage wird das Programm als Konzert oder als literarisch-musikalische Reise angeboten, die ein Portrait dieses „Prinzen der jiddischen Balladen“ zeichnet.



„Und vielleicht muss es auch so sein? Am Rande des Abgrunds wird das Lachen frecher. Ausgebürgert aus meiner Heimat Rumänien, getrennt von meinem geliebten jiddisch-polnischen Städtchen, ohne Pass und Visum zwischen den Grenzen festhängend, verneige ich mich in dieser grotesken Pose vor dem geschätzten Publikum…“
Itzik Manger

 

Itzik Manger:

Im April 1901 in Czernowitz (Bukowina) als Schneidersohn geboren, zog es den jiddischen Dichter, Dramatiker und Romancier bald in die europäischen Hauptstädte Bukarest und Warschau, wo er sich der surrealistischen Avantgarde verbunden fühlte. Dabei hat Manger bewusst und seinem Temperament entsprechend zu den Wurzeln der jiddischen Poesie zurückgegriffen, indem er sich als Nachfahre jener jiddischen Volkssänger bekannte, die als Badchen oder Marschalik, als Berufsspaßmacher, bei Hochzeiten und zum Purimfest volkstümliche Lieder vorzutragen pflegten.
In Itzik Mangers Dichtung der Londoner Zeit klingt die Klage über den Holocaust und die Schrecknisse des Krieges an.
Er wanderte schließlich 1951 in die Vereinigten Staaten aus. Obwohl er mittlerweile zum anerkanntesten und populärsten jiddischen Lyriker aufgestiegen war, führte der Dichter auch weiterhin in Brooklyn das Leben eines armen heimatlosen Vagabunden.
1966 schafften Freunde Itzik Manger in ein Sanatorium nach Israel, wo er 1969 starb.

 

„...eine Erinnerung an die einsamen Tage und Nächte, als ich herumstreifte in den Straßen und über die Boulevards von Paris. Die fröhlichsten Momente in dieser unendlichen Verlorenheit waren meine Begegnungen in den Nachtkneipen mit den Schatten der französischen Vagabunden, diesen ausgelassenen Sängern, die vermutlich in ihrem eigenen Vaterland nicht weniger einsam waren als ich. Ein Hauch von Trost...“
Itzik Manger (1901 - 1961)

 

Mit dem Programm Oyfn Veg 2006 erfolgreiche Tournee durch Israel, 2007 bei der Jiddischen Musik- und Theaterwoche in Dresden.

Karahod in Israel

 

Hörbeispiele zu den Produktionen finden Sie unter Musik, Fotos und Texte unter PR-Material

 

www.stefan-goreiski.de